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Künstliche Intelligenz · Gesellschaft

Sparsam, aber misstrauisch: Wie viel Kontrolle geben wir KI-Agenten?

Zwei Drittel der Deutschen würden einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anvertrauen – wenn sie dadurch sparen. Zugleich fürchten 78 Prozent, dass Betrüger den Agenten kapern. Eine Umfrage zeigt ein Land zwischen Bequemlichkeit und Skepsis.

deepdaive Team ·

Foto: RDNE Stock project / Pexels
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Berlin, 20. September 2026 – KI-Agenten sollen künftig selbstständig Urlaube buchen, den Wocheneinkauf bestellen oder einen Kredit beantragen. Doch wie offen sind die Menschen in Deutschland dafür? Eine Umfrage des Daten- und Technologieunternehmens Experian im Rahmen einer Forrester-Studie unter mehr als 6.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in 13 Ländern – darunter 480 aus Deutschland – zeichnet ein zwiespältiges Bild.^[t3n – Mehr als zwei Drittel der Deutschen wären bereit, einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anzuvertrauen – url: https://t3n.de/news/mehr-als-zwei-drittel-der-deutschen-waeren-bereit-einem-ki-agenten-ihre-finanzdaten-anzuvertrauen-1764181]

Zwischen Sparhoffnung und Kaperfurcht

Einerseits ist die Neugier groß: 82 Prozent der Befragten vertrauen KI schon beim Vergleich verschiedener Kreditangebote, 54 Prozent wären einverstanden, dass sie in ihrem Namen einen Kredit oder eine Kreditkarte beantragt. Trotz Vorbehalten wären 67 Prozent der Deutschen bereit, einem KI-Agenten die für einen Kreditantrag nötigen Finanzdaten zu überlassen.^[t3n – Mehr als zwei Drittel der Deutschen wären bereit, einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anzuvertrauen – url: https://t3n.de/news/mehr-als-zwei-drittel-der-deutschen-waeren-bereit-einem-ki-agenten-ihre-finanzdaten-anzuvertrauen-1764181]

Andererseits bleibt die Skepsis ausgeprägt: 62 Prozent der Deutschen zählen sich zu den Skeptikerinnen und Skeptikern, und das Vertrauen in KI-generierte Informationen liegt mit 6,2 von 10 Punkten unter dem internationalen Durchschnitt von 6,8.^[t3n – Mehr als zwei Drittel der Deutschen wären bereit, einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anzuvertrauen – url: https://t3n.de/news/mehr-als-zwei-drittel-der-deutschen-waeren-bereit-einem-ki-agenten-ihre-finanzdaten-anzuvertrauen-1764181] Der meistgenannte erhoffte Vorteil ist das Sparpotenzial: 80 Prozent hoffen, durch KI die besten Preise zu finden. Dem steht eine klare Sorge gegenüber – 78 Prozent fürchten, dass sich ein Agent durch gefälschte Angebote täuschen oder von Cyberkriminellen kapern lassen könnte.^[t3n – Mehr als zwei Drittel der Deutschen wären bereit, einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anzuvertrauen – url: https://t3n.de/news/mehr-als-zwei-drittel-der-deutschen-waeren-bereit-einem-ki-agenten-ihre-finanzdaten-anzuvertrauen-1764181]

Vertrauen hängt am Absender

Laut Experian zeigt sich ein Muster, das sich durch alle Märkte zieht: Verbraucherinnen und Verbraucher vertrauen darauf, was KI kann – aber noch nicht darauf, was sie eigenständig entscheidet. Je höher die finanzielle Tragweite, desto geringer die Bereitschaft, Kontrolle abzugeben. Entscheidend ist zudem, wer hinter dem Angebot steht: 75 Prozent gaben an, sich mit einem KI-Angebot wohler zu fühlen, wenn es von einem vertrauten Anbieter komme – etwa von ihrer Hausbank.^[t3n – Mehr als zwei Drittel der Deutschen wären bereit, einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anzuvertrauen – url: https://t3n.de/news/mehr-als-zwei-drittel-der-deutschen-waeren-bereit-einem-ki-agenten-ihre-finanzdaten-anzuvertrauen-1764181]

„Die deutsche Skepsis gegenüber neuen Technologien wird oft als Bremse missverstanden“, kommentiert Mark Wells, Director Commercial für die DACH-Region bei Experian. Der wesentliche Knackpunkt sei das Vertrauen: Ob aus dem erkannten Nutzen Akzeptanz entstehe, hänge davon ab, „wie glaubwürdig Unternehmen Sicherheit, Identitätsschutz und Transparenz gewährleisten“.^[t3n – Mehr als zwei Drittel der Deutschen wären bereit, einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anzuvertrauen – url: https://t3n.de/news/mehr-als-zwei-drittel-der-deutschen-waeren-bereit-einem-ki-agenten-ihre-finanzdaten-anzuvertrauen-1764181]

Nicht Angst, sondern Haftung

In diese Gemengelage fällt ein Plädoyer gegen die Dramatisierung. Der KI-Experte Marcel Salathé hält die Warnungen vor einer Auslöschung der Menschheit für spekulativ und übertrieben; wichtiger sei, dass sich die Gesellschaft besser schütze und IT-Firmen in die Haftung nehme.^[DER SPIEGEL – Künstliche Intelligenz: Experte Marcel Salathé hält die Weltuntergangs-Warnungen für übertrieben – url: https://www.spiegel.de/wissenschaft/kuenstliche-intelligenz-experte-marcel-salathe-haelt-die-weltuntergangs-warnungen-fuer-uebertrieben-a-f168c58d-84ef-4b06-b07b-5e7b805d9a70#ref=rss]

Dass das Vertrauen fragil ist, zeigt der Blick auf die Alltagsnutzung: Chatbots gehören für viele längst dazu – jede dritte Person nutzt sie laut Bitkom mindestens einmal pro Woche, in der jüngeren Generation sind es 54 Prozent.^[t3n – Mehr als zwei Drittel der Deutschen wären bereit, einem KI-Agenten ihre Finanzdaten anzuvertrauen – url: https://t3n.de/news/mehr-als-zwei-drittel-der-deutschen-waeren-bereit-einem-ki-agenten-ihre-finanzdaten-anzuvertrauen-1764181] Ob aus dieser Gewohnheit echtes Vertrauen wird, hängt weniger an der Technik als an den Bedingungen, unter denen sie eingesetzt wird.