deepdaive Blog

Künstliche Intelligenz · Studium

Studium im KI-Zeitalter: Welche Fächer sich trotzdem lohnen

In den USA buhen Absolventen Redner aus, sobald sie KI erwähnen – die Angst vor dem wertlosen Abschluss ist groß. Eine Auswertung von Jobmarktdaten aus Deutschland und den USA zeigt, welche Fächer trotzdem gefragt sind – und wo die Nachfrage einbricht.

deepdaive Team ·

Foto: George Pak / Pexels
Foto: George Pak / Pexels

Berlin, 29. August 2026 – Junge Menschen in den USA betrachten KI offenbar mit zunehmender Angst und Wut: In Videoclips, die seit einiger Zeit um die Welt gehen, buhen Absolventen auf ihren Abschlussfeiern die Redner aus, sobald diese das Wort KI in den Mund nehmen. In den USA kostet eine Universitätsausbildung mehrere Zehntausend bis Hunderttausend Dollar – und die Angst, dass sich diese Investition nicht mehr lohnen könnte, ist groß, denn die Erwerbslosigkeit unter jungen Absolventen steigt.^[Handelsblatt – Arbeitsmarkt: Was sollten junge Menschen im KI-Zeitalter studieren? – url: https://www.handelsblatt.com/karriere/berufe-welche-studiengaenge-trotz-ki-gute-karrierechancen-bieten-01/100235558.html]

23.000 Fächer, ungleiche Chancen

Doch nicht alle Fachrichtungen sind gleich stark betroffen: Das Handelsblatt hat Jobmarktdaten aus den USA und Deutschland ausgewertet. Sie zeigen, welche Fächer besonders von der KI-Disruption betroffen sind, welche weiterhin besonders nachgefragt werden – und wie junge Menschen aus mehr als 23.000 Studienfächern in Deutschland die aussichtsreichsten auswählen können.^[Handelsblatt – Arbeitsmarkt: Was sollten junge Menschen im KI-Zeitalter studieren? – url: https://www.handelsblatt.com/karriere/berufe-welche-studiengaenge-trotz-ki-gute-karrierechancen-bieten-01/100235558.html]

Der IT-Markt kippt

Ein aktuelles Datenbild liefert derweil der Hays-Fachkräfte-Index: Im zweiten Quartal 2026 brach die Nachfrage nach IT-Fachkräften um 37 Prozentpunkte auf 59 Prozent ein – nachdem Hays die Nachfrage im Auftaktquartal noch als „überdurchschnittlich stabil“ bezeichnet hatte. Besonders stark fiel der Rückgang bei IT-Security-Spezialisten aus (minus 136 Prozentpunkte, Indexwert aber weiterhin 373 Prozent). Auch SAP-Entwickler, IT-Berater und IT-Administratoren verloren deutlich an Nachfrage.^[t3n – Trotz Fachkräftemangel: Warum IT-Spezialisten plötzlich weniger gefragt sind – url: https://t3n.de/news/it-fachkraeftemangel-nachfrage-einbruch-arbeitsmarkt-1756380]

Der einzige IT-Beruf mit einem Nachfrageplus ist der Datenbankentwickler: plus neun Prozentpunkte auf 322 Prozent. Hays-Bereichsleiter Andreas Sauer erklärt das mit dem anhaltenden KI-Boom: „Viele Unternehmen erkennen, dass sich KI nicht auf unzureichenden Datenstrukturen aufbauen lässt.“ Wer KI produktiv einsetzen wolle, müsse zunächst in eine belastbare System- und Dateninfrastruktur investieren.^[t3n – Trotz Fachkräftemangel: Warum IT-Spezialisten plötzlich weniger gefragt sind – url: https://t3n.de/news/it-fachkraeftemangel-nachfrage-einbruch-arbeitsmarkt-1756380]

Eine Frage der Perspektive

Der Arbeitsmarkt insgesamt bleibt angespannt: Im Juli 2026 stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf über drei Millionen, die Quote liegt bei 6,4 Prozent; das IAB-Arbeitsmarktbarometer zeigt erstmals seit Längerem keinen positiven Beschäftigungsausblick mehr.^[t3n – Trotz Fachkräftemangel: Warum IT-Spezialisten plötzlich weniger gefragt sind – url: https://t3n.de/news/it-fachkraeftemangel-nachfrage-einbruch-arbeitsmarkt-1756380] Jugendforscher Mathias Albert hatte zuletzt gewarnt, die KI-Umbrüche träfen junge Menschen massiv – wer einen mittleren Bildungsabschluss oder eine Handwerksausbildung habe, müsse sich am wenigsten Sorgen machen, denn die KI werde „so schnell kein Dach decken und keinen Wasserhahn reparieren“. Wir haben die Debatte hier eingeordnet: Jugendforscher nennt die Gen Z eine „lost generation“. Die Studienwahl wird damit zur strategischen Entscheidung: Wer Daten und Systeme beherrscht, auf denen KI aufbaut, hat gute Karten – wer auf Fächer setzt, die die KI direkt automatisiert, muss sich neu erfinden.