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Künstliche Intelligenz · KI-Forschung

DeepMind gründet ein Institut für die großen AGI-Fragen

Google DeepMind bündelt die Debatte über Künstliche Allgemeine Intelligenz in einem neuen, interdisziplinären Institut. Demis Hassabis, Shane Legg und James Manyika wollen die Fragen zu Sicherheit, Governance und Kontrollverlust nicht mehr allein der Technik überlassen.

deepdaive Team ·

Foto: Google DeepMind / Pexels
Foto: Google DeepMind / Pexels

Berlin, 17. September 2026 – Google DeepMind hat das „Deepmind Institute" (DMI) gegründet – eine Plattform für interdisziplinäre Forschung und Debatte rund um Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI).^[The Decoder – Google Deepmind launches interdisciplinary institute to tackle the big questions around AGI – url: https://the-decoder.com/google-deepmind-launches-interdisciplinary-institute-to-tackle-the-big-questions-around-agi/] Das Institut soll die großen Fragen der Technologie nicht mehr allein den Entwicklern überlassen.

Antworten jenseits der Technik

Das DMI bringt Forschende von Google DeepMind, Google und der globalen Wissenschaftsgemeinschaft zusammen, um Fragen zu Sicherheit, Governance und Risiken wie Cyberangriffe oder Kontrollverlust zu bearbeiten.^[The Decoder – Google Deepmind launches interdisciplinary institute to tackle the big questions around AGI – url: https://the-decoder.com/google-deepmind-launches-interdisciplinary-institute-to-tackle-the-big-questions-around-agi/] Die Antworten sollten nicht allein von Technologen kommen, sondern auch aus Kunst, Geisteswissenschaften und Politik – dafür stehen die Direktoren Shane Legg, James Manyika und der Nobelpreisträger Demis Hassabis.^[The Decoder – Google Deepmind launches interdisciplinary institute to tackle the big questions around AGI – url: https://the-decoder.com/google-deepmind-launches-interdisciplinary-institute-to-tackle-the-big-questions-around-agi/]

Der Schritt fällt in eine Phase, in der die Risikodebatte die Labore längst verlassen hat. Vergangene Woche trat der Forscher Jacob Coxon bei Anthropic unter anderem mit der Warnung zurück, Entwickler glaubten ernsthaft, KI könne die Menschheit bis Ende des Jahrzehnts auslöschen; vor der UN-Vollversammlung forderte UN-Generalsekretär António Guterres neue globale Leitplanken.^[Süddeutsche Zeitung – Newsblog zu KI: UN-Generalsekretär warnt vor KI-Risiken – url: https://www.sueddeutsche.de/politik/ki-newsblog-europa-sicherheit-zusammenarbeit-openai-anthropic-google-un-trump-li.3547133] Ein Institut, das Kunst und Geisteswissenschaften ausdrücklich einschließt, lässt sich auch als Versuch lesen, diesen Streit nicht allein den Ingenieuren zu überlassen.

Ein Begriff, viele Definitionen

Eine allgemein anerkannte Definition von AGI gibt es bislang nicht. DeepMind beschreibt sie als ein System mit allen kognitiven Fähigkeiten des menschlichen Gehirns und erklärt, AGI sei „nah" – obwohl heutige Systeme noch an einfachen Aufgaben scheitern und es ihnen an Kreativität fehlt.^[The Decoder – Google Deepmind launches interdisciplinary institute to tackle the big questions around AGI – url: https://the-decoder.com/google-deepmind-launches-interdisciplinary-institute-to-tackle-the-big-questions-around-agi/] Hassabis erwartet den Durchbruch in wenigen Jahren; Legg sagte zuletzt, ein Vorläufer könne bis 2028 kommen. OpenAI misst AGI stärker am wirtschaftlichen Nutzen, und Konzernchef Sam Altman hält ein Erreichen noch in diesem Jahr für möglich.^[The Decoder – Google Deepmind launches interdisciplinary institute to tackle the big questions around AGI – url: https://the-decoder.com/google-deepmind-launches-interdisciplinary-institute-to-tackle-the-big-questions-around-agi/] Von „ASI", einer künstlichen Superintelligenz, die den Menschen in jeder Hinsicht übertrifft, ist AGI ausdrücklich zu unterscheiden – sie gilt aber als wahrscheinlicher Zwischenschritt dorthin.^[The Decoder – Google Deepmind launches interdisciplinary institute to tackle the big questions around AGI – url: https://the-decoder.com/google-deepmind-launches-interdisciplinary-institute-to-tackle-the-big-questions-around-agi/]

Der Realitätscheck: „wie ein dreijähriger Superman"

Wie weit die Praxis von diesen Visionen entfernt ist, zeigt ein bemerkenswertes Bekenntnis aus der Chipindustrie. Y.J. Mii, Co-Chief Operating Officer des weltgrößten Auftrags-Chipherstellers TSMC, sagte vor Studierenden in Taipeh, sein Konzern setze KI in Forschung und Entwicklung nur sehr zurückhaltend ein – aus Sorge vor Datenlecks und Datenverfälschung.^[F.A.Z. – TSMC-Manager: „Die KI ist wie ein dreijähriger Superman" – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/tsmc-warum-der-ki-boom-dem-chipriesen-risiken-bereitet-201232822.html] „KI ist wie ein dreijähriger Superman. Sie kann ziemlich mächtig sein, aber sie weiß nicht, welchen Schaden sie anrichten kann", sagte Mii. Für die Entwicklung der nächsten Generation von Halbleitertechnologie sei die Technik derzeit „nicht besonders nützlich".^[F.A.Z. – TSMC-Manager: „Die KI ist wie ein dreijähriger Superman" – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/tsmc-warum-der-ki-boom-dem-chipriesen-risiken-bereitet-201232822.html]

Was das Institut ändern soll

Ob das DMI die Kluft zwischen Anspruch und Alltag verkleinert, wird sich daran zeigen, ob aus der interdisziplinären Runde konkrete Standards erwachsen – oder nur weitere Positionspapiere. Klar ist: Die Frage, wer die Regeln für immer mächtigere Systeme setzt, ist längst keine rein technische mehr. Das neue Institut ist der Versuch eines Labors, in dieser Debatte nicht nur Gegenstand, sondern Gestalter zu sein.