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Künstliche Intelligenz · Rechenzentren

KI-Durst: Warum Rechenzentren zum Wasserproblem werden – und wie erneuerbare Energien helfen

Künstliche Intelligenz braucht nicht nur Strom, sondern auch ständige Kühlung – und damit Wasser. Schon heute verbrauchen Rechenzentren weltweit Hunderte Milliarden Liter pro Jahr. Erneuerbare Energien könnten den Wasser-Fußabdruck der KI drastisch senken.

deepdaive Team ·

Foto: Brett Sayles / Pexels
Foto: Brett Sayles / Pexels

Berlin, 07. September 2026 – Wenn über den Ressourcenhunger der Künstlichen Intelligenz gesprochen wird, geht es meist um Strom. Doch KI benötigt für ihren Betrieb physische Infrastruktur, die kontinuierlich gekühlt werden muss – und das macht Rechenzentren zunehmend zu einem Problemfall für lokale Wasserressourcen. Der Ausbau der KI-Kapazitäten führt an Standorten von Rechenzentren immer häufiger zu Konflikten ums Wasser.^[t3n – KI-Rechenzentren und Wasserverbrauch: Wie erneuerbare Energien helfen – url: https://t3n.de/news/ki-rechenzentren-wasserverbrauch-kuehlung-1761765]

Ein unsichtbarer Ressourcenhunger

Viele Anlagen greifen auf Wasser zurück, um die bei der Datenverarbeitung entstehende Hitze abzuleiten. Ältere Rechenzentren nutzen oft große Ventilatoren und wasserbasierte Verdunstungskühler – doch bei den hochleistungsfähigen Prozessoren für Künstliche Intelligenz reicht diese konventionelle Luftkühlung nicht mehr aus, wodurch der direkte Wasserbedarf sprunghaft ansteigt.^[Live Science – AI's water use is a problem, but shifting from electricity to solar or wind power could help – url: https://www.livescience.com/planet-earth/artificial-intelligence/ais-water-use-is-a-problem-but-shifting-from-electricity-to-solar-or-wind-power-could-help] Die Internationale Energieagentur schätzt den weltweiten Wasserverbrauch von Rechenzentren auf derzeit rund 560 Milliarden Liter pro Jahr. Die Cornell University prognostiziert, dass allein Rechenzentren in den USA bis zum Jahr 2030 jährlich über tausend Milliarden Liter Wasser verbrauchen könnten.^[t3n – KI-Rechenzentren und Wasserverbrauch: Wie erneuerbare Energien helfen – url: https://t3n.de/news/ki-rechenzentren-wasserverbrauch-kuehlung-1761765]

Warum erneuerbare Energien doppelt helfen

Der hohe Bedarf entsteht nicht nur direkt in den Anlagen: Maßgeblich verantwortlich ist auch die indirekte Nutzung durch die Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken, die große Mengen Wasser zur Kühlung ihrer Dampfturbinen benötigen. Ein Wechsel zu Strom aus Solar- und Windenergie kann den Wasserfußabdruck der KI-Infrastruktur nach Einschätzung von Forscherinnen und Forschern um bis zu 86 Prozent reduzieren, da diese erneuerbaren Quellen im laufenden Betrieb kein Kühlwasser verbrauchen.^[t3n – KI-Rechenzentren und Wasserverbrauch: Wie erneuerbare Energien helfen – url: https://t3n.de/news/ki-rechenzentren-wasserverbrauch-kuehlung-1761765]

Kühlung der Zukunft und kluge Standortwahl

Auch die Hardware-Entwicklung trägt zur Entspannung bei: Prozessoren wie die von Nvidia bleiben mittlerweile bei Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius funktionsfähig, was die Notwendigkeit aktiver Wasserkühlung verringert. Zudem etablieren sich geschlossene Kreislaufsysteme, bei denen eine Kühlflüssigkeit direkt an der Hardware zirkuliert, sowie die Tauchkühlung, bei der Server in speziellen Tanks mit nicht leitenden Flüssigkeiten versenkt werden. Auf der Software-Ebene helfen Komprimierung von Sprachmodellen und intelligentes Aufgabenmanagement: Rechenprozesse lassen sich dorthin verschieben, wo gerade viel Strom aus erneuerbaren Quellen verfügbar ist – und in kühlere Regionen, wenn wasserarme Gebiete in trockenen Sommermonaten entlastet werden müssen. Gerade dort wächst der Widerstand gegen neue Rechenzentren, etwa in den US-Bundesstaaten Arizona und New Mexico.^[t3n – KI-Rechenzentren und Wasserverbrauch: Wie erneuerbare Energien helfen – url: https://t3n.de/news/ki-rechenzentren-wasserverbrauch-kuehlung-1761765]

Die großen Cloud-Anbieter haben das Problem erkannt: Google will bis 2030 mehr Süßwasser in regionale Ökosysteme zurückführen, als die eigenen Rechenzentren verbrauchen, Amazon strebt an, bis dahin bei seinen Cloud-Diensten vollständig wasserpositiv zu wirtschaften. Die Vereinten Nationen warnen allerdings vor dem sogenannten Rebound-Effekt: Werden Ressourcen effizienter genutzt, steigt die Nachfrage oft weiter – die Frage ist also nicht nur, wie viel Wasser ein Rechenzentrum braucht, sondern wie viel KI insgesamt künftig verbrauchen darf.^[t3n – KI-Rechenzentren und Wasserverbrauch: Wie erneuerbare Energien helfen – url: https://t3n.de/news/ki-rechenzentren-wasserverbrauch-kuehlung-1761765]