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Künstliche Intelligenz · KI-Anwendungen

KI im Betrieb: BMW wird »KI-orchestriert«, Agenten-Teams rechnen sich kaum

BMW will bis 2028 ein »KI-orchestriertes Unternehmen« sein und im Einkauf auf autonome Agenten setzen. Eine neue Auswertung zeigt jedoch: Teams aus KI-Agenten liefern kaum mehr Qualität – kosten aber ein Vielfaches.

deepdaive Team ·

Foto: Freek Wolsink / Pexels
Foto: Freek Wolsink / Pexels

Berlin, 12. Oktober 2026 – Kaum ein Unternehmen will auf KI verzichten – doch wie weit der Umbau wirklich trägt, ist offen. Einerseits plant BMW, sich zu einem „KI-orchestrierten Unternehmen“ umzubauen und im Einkauf auf autonome Agenten zu setzen. Andererseits legt eine neue Auswertung nahe, dass der teure Einsatz ganzer Agenten-Teams oft wenig bringt.^[Handelsblatt – Künstliche Intelligenz: BMW plant mit KI-basiertem Geschäftsmodell Milliardeneinsparungen – url: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/kuenstliche-intelligenz-bmw-plant-mit-ki-basiertem-geschaeftsmodell-milliardeneinsparungen/100260010.html ;; The Decoder – AI agent teams waste massive tokens for barely measurable quality gains, research finds – url: https://the-decoder.com/ai-agent-teams-waste-massive-tokens-for-barely-measurable-quality-gains-research-finds/]

Operating Model 3.0

Beim Münchner Autobauer sprechen sie gern in Abkürzungen – am liebsten im Dreiklang. Einkaufsvorstand Nicolai Martin präsentiert im Forschungs- und Innovationszentrum, wie BMW zum „OM 3.0“ kommen will: „Operating Model 3.0“ steht für die letzte Stufe des großen Umbaus, mit dem sich das Unternehmen dank Künstlicher Intelligenz neu aufstellt. Das Ziel: BMW will sich in den kommenden zwei Jahren zu einem „KI-orchestrierten Unternehmen“ wandeln.^[Handelsblatt – Künstliche Intelligenz: BMW plant mit KI-basiertem Geschäftsmodell Milliardeneinsparungen – url: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/kuenstliche-intelligenz-bmw-plant-mit-ki-basiertem-geschaeftsmodell-milliardeneinsparungen/100260010.html]

Die Rechnung im Einkauf

Sichtbar wird der Wandel zuerst im Einkauf: Dort sollen künftig autonome Agenten arbeiten, die Lieferantenanfragen, Preisvergleiche und Routinen übernehmen. Der Konzern verspricht sich davon Milliardeneinsparungen – denn gerade in indirekten Prozessen fallen enorme Volumina an, die sich mit Software automatisieren lassen. BMW reiht sich damit in eine Branche ein, in der immer mehr Unternehmen KI nicht mehr als einzelnes Werkzeug, sondern als Schicht über ihren Kernprozessen begreifen.^[Handelsblatt – Künstliche Intelligenz: BMW plant mit KI-basiertem Geschäftsmodell Milliardeneinsparungen – url: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/kuenstliche-intelligenz-bmw-plant-mit-ki-basiertem-geschaeftsmodell-milliardeneinsparungen/100260010.html]

Wenn Agenten-Teams teuer werden

Dass sich der Nutzen solcher Systeme nicht automatisch einstellt, zeigt eine Auswertung des Anbieters Vals AI. Demnach bringen Teams aus mehreren KI-Agenten kaum bessere Ergebnisse als ein einzelner Agent – kosten aber bis zu 5,1-mal mehr. Nur in einem von vier Tests mit den Modellen GPT-6 Sol und Claude Opus 5.5 zeigte sich ein messbarer Qualitätsgewinn. Die Daten von Anthropic stützen diesen Befund: Ab etwa zehn Agenten erreicht die Qualität ein Plateau, während die Token-Kosten weiter steigen.^[The Decoder – AI agent teams waste massive tokens for barely measurable quality gains, research finds – url: https://the-decoder.com/ai-agent-teams-waste-massive-tokens-for-barely-measurable-quality-gains-research-finds/]

Zwischen Umbau und Ernüchterung

Für Unternehmen ergibt sich daraus ein nüchternes Bild. Der Umbau zu „KI-orchestrierten“ Organisationen ist in vollem Gang – doch nicht jede Orchestrierung lohnt sich. Wer mehrere Agenten parallel arbeiten lässt, zahlt schnell mehr Rechenleistung, ohne entsprechend bessere Resultate zu erhalten. Die praktische Lehre lautet deshalb: KI gezielt dort einsetzen, wo sie Prozesse wirklich vereinfacht, statt möglichst viele Instanzen auf jedes Problem zu werfen.