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KI-Anwendungen · Robotik

Wenn der Roboter kocht und die App aus dem Prompt entsteht

In München bereitet ein Kochroboter rund um die Uhr Käsespätzle zu, Google öffnet den Play Store für selbst gebaute „Vibe-Coding“-Apps, und im Rechenzentrum beschleunigen KI-Agenten Datenjobs um das 22-Fache. Drei Beispiele, wie KI den Alltag erreicht.

deepdaive Team ·

Foto: Diego Martinez / Pexels
Foto: Diego Martinez / Pexels

Berlin, 14. Oktober 2026 – Künstliche Intelligenz verlässt die Labore und wird greifbar: In einer Münchner Tankstelle kocht ein Roboter, im App-Store lassen sich selbst gebaute Programme veröffentlichen, und in Unternehmen übernehmen Agenten die Datenarbeit. Drei Beispiele zeigen, wie breit KI-Anwendungen inzwischen aufgestellt sind.

Emma kocht rund um die Uhr

In der Allguth-Tankstelle an der Münchner Chiemgaustraße bereitet ein Kochroboter namens Emma auf achteinhalb Quadratmetern warme Mahlzeiten zu – die Zutaten zusammenstellen, abwiegen, kochen, anrichten, Geschirr spülen. Ihre beiden Greifarme bedienen acht Induktionsplatten, die die Töpfe drehen und wenden, sodass kein Rührer nötig ist. Neun Gerichte stehen auf der Karte, darunter Käsespätzle, Tom Kha Gai oder Kaiserschmarrn – jedes für 9,90 Euro, bestellt und bezahlt an einem Terminal, ausgegeben nach etwa fünf Minuten.^[Süddeutsche Zeitung – Robotertechnik in der Küche: München: Wenn Greifarme die Käsespätzle zubereiten – url: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kochroboter-allguth-gastronomie-kueche-kantinen-li.3559384]

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen ist Emma der erste Kochroboter dieser Art an einer deutschen Tankstelle. Der Hersteller Good Bytz aus Hamburg hat seine Maschinen bereits in fünf Ländern im Einsatz – in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südkorea und den USA; an den Universitätskliniken Tübingen versorgen sie Beschäftigte im Schichtdienst. „Nicht als Ersatz für Kantinen“, betont Mitgründer Hendrik Susemihl, sondern für jene Zeiten, „wenn die Küche bereits geschlossen ist“. Die Rezepte entwickelt der frühere Mälzer-Küchenchef Michael Wolf.^[Süddeutsche Zeitung – Robotertechnik in der Küche: München: Wenn Greifarme die Käsespätzle zubereiten – url: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kochroboter-allguth-gastronomie-kueche-kantinen-li.3559384]

Vom Prompt in den Play Store

Einen ganz anderen Weg geht Google. Der Konzern erweitert die KI-Funktionen im Play Store: „Ask Play“ wird zu einer allgemeinen KI-Suche ausgebaut, die Empfehlungen samt Vergleichstabellen erzeugt, und „Game Finder“ baut auf Nutzungsdaten von 1,2 Milliarden Android-Spielerinnen und -Spielern ein Profil namens „Gamer DNA“ auf. Vor allem aber sollen selbst gebaute „Vibe-Coding“-Apps aus dem AI Studio künftig direkt im Play Store landen – als private „Personal Library“, ohne Entwicklerkonto, später teilbar mit einem kleinen Kreis oder über einen regulären Entwicklerzugang veröffentlichbar.^[Ars Technica – Google wants to host your personal vibe-coded apps in the Play Store – url: https://arstechnica.com/google/2026/10/google-wants-to-host-your-personal-vibe-coded-apps-in-the-play-store/]

Agenten im Rechenzentrum

Auch im Enterprise-Umfeld werden KI-Agenten produktiv. Nvidia beschreibt, wie Coding-Agenten sogenannte User-Defined Functions (UDFs) in Apache Spark automatisch so umschreiben, dass sie auf Grafikkarten statt auf der CPU laufen. Ein großer Konsumgüterkonzern konvertierte auf diesem Weg mehr als 30 produktive UDFs; in einem Beispiel sank die Rechenzeit über einen Datensatz mit 600 Milliarden Zeilen von 274,55 auf 12,78 Stunden – ein Tempogewinn von mehr als dem 20-Fachen.^[NVIDIA – How to Rewrite Apache Spark UDFs for GPU Acceleration with AI Agents – url: https://developer.nvidia.com/blog/rewrite-apache-spark-udfs-gpu-acceleration-ai-agents/]

Drei sehr unterschiedliche Orte, ein gemeinsames Muster: Ob Küche, App-Store oder Datenpipeline – KI-Anwendungen werden dort eingesetzt, wo Zeit, Personal oder Geduld knapp sind. Die Frage ist weniger, ob sie kommen, sondern wie schnell sie sich in bestehende Abläufe einfügen.