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Robotik · Humanoide Roboter

9,39 Sekunden auf 100 Meter: Chinas Roboter-Weltspiele zeigen, wohin die Robotik steuert

Hunderte Roboter treten in Peking in 51 Disziplinen gegeneinander an – vom 100-Meter-Sprint über Cheerleading bis zum Flaschenöffnen. Das Spektakel ist Unterhaltung, Staatsprojekt und Industrie-Schaufenster zugleich.

deepdaive Team ·

Foto: Pavel Danilyuk / Pexels
Foto: Pavel Danilyuk / Pexels

Berlin, 25. August 2026 – Cheerleading, Gewichtheben, Flaschenöffnen: In Peking treten gerade Hunderte Roboter in den skurrilsten Disziplinen gegeneinander an. Bei den Weltspielen für humanoide Roboter, die zum zweiten Mal stattfinden und bis Mittwoch dauern, messen sich die Maschinen in 51 Wettbewerben – einige völlig autonom, andere ferngesteuert. Es gibt sogar Kampfrichter. Nicht alles läuft dabei glatt, wie Videos aus der chinesischen Hauptstadt zeigen.^[BILD – Kein Witz! Es gibt sogar Kampfrichter: Cheerleader-Roboter tanzen um den Sieg – url: https://www.bild.de/news/ausland/kein-witz-es-gibt-sogar-kampfrichter-cheerleader-roboter-tanzen-um-den-sieg-6a8c9659c3692834ff6db845]

Schneller als Usain Bolt

Der sportliche Höhepunkt ist der Sprint: Tiangong Ultra („Himmelswerk“) aus einem Pekinger Forschungszentrum benötigte über 100 Meter nur 9,39 Sekunden und unterbot damit den 17 Jahre alten Weltrekord von Usain Bolt (9,58 Sekunden) um 19 Hundertstel. Der Roboter „Blitz“ des Smartphone-Herstellers Honor soll in einem Test sogar 9,32 Sekunden geschafft haben. Auch im Hochsprung sind die Maschinen vorn: 2,88 Meter aus dem Stand, 43 Zentimeter über dem menschlichen Rekord – gesprungen im Spagat, ohne Anlauf.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]

Mehr als ein Spektakel

Die Spiele sind zugleich ein Schaufenster für den industriellen Nutzen der Maschinen: Die Roboter heben Gewichte, spielen Fußball und Tischtennis – und treten in Wettbewerben an, die ihren künftigen Alltagseinsatz andeuten, etwa bei Haushaltsaufgaben, auf Produktionsstraßen oder in Rettungseinsätzen. Bei der Eröffnungszeremonie leistete ein Roboter einen Fairness-Eid und versprach, die Gegner zu respektieren und „den Traum vom friedlichen Zusammenleben“ zu bewahren.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]

Sehr chinesische Weltspiele

Politisch ist die Veranstaltung ein Statement: Ausrichter sind die Pekinger Stadtregierung und das chinesische Staatsfernsehen, parallel findet die Weltroboterkonferenz statt, und „verkörperte Intelligenz“ gilt als Kernbranche des neuen Fünfjahresplans. 666 Teams nehmen teil – nur 24 davon aus dem Ausland. Nach Schätzungen stammen 97 Prozent aller weltweit ausgelieferten humanoiden Roboter aus China; im ersten Halbjahr waren es mehr als 40.000. Beobachter sehen US-Start-ups aber gerade in der Software noch vorn – und vom breiten Einsatz in der Fabrik sind die Roboter aus jedem Land noch Jahre entfernt.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html] Dass die Technik noch Kinderkrankheiten hat, zeigte sich am Ende der Läufe: Weil die Roboter mit dem Anhalten ihre Mühe haben, bauten die Veranstalter eine blaue Matte auf – bei der Kollision verloren einige Maschinen Gliedmaßen, andere fingen an zu brennen, wie Videos in Chinas sozialen Medien zeigten.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]