Künstliche Intelligenz · Medizintechnik
KI gegen Krebs: Warum Siemens Healthineers bewusst keine KI-Strategie hat
Siemens-Healthineers-Chef Bernd Montag stellt klar: KI ist kein Endpunkt, sondern Werkzeug – das Ziel heißt Krebs besiegen. Der Medizintechnikkonzern will Künstliche Intelligenz gezielt gegen tödliche Krankheiten einsetzen.
New York, 24. August 2026 – In der KI-Debatte geht es meist um Strategien, Roadmaps und Milliardeninvestitionen. Der Chef des Medizintechnikkonzerns Siemens Healthineers, Bernd Montag, hält davon wenig: „Wenn mich jemand fragt: Was ist eure KI-Strategie? – dann sage ich: Wir brauchen keine. Weil KI kein Endpunkt ist“, sagte Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel seines Unternehmens laute anders: „Wir wollen den Krebs besiegen.“ KI spiele dabei eine Rolle – aber nur als Mittel zum Zweck.^[Handelsblatt – Künstliche Intelligenz: Siemens-Healthineers-Chef: „Brauchen keine KI-Strategie“ – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/kuenstliche-intelligenz-siemens-healthineers-chef-brauchen-keine-ki-strategie/100249180.html]
Diagnose und Therapie der großen Todesursachen
Siemens Healthineers konzentriert sich nach den Worten Montags auf jene Krankheiten, die für einen Großteil der Todesfälle verantwortlich sind: Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Künstliche Intelligenz werde die Medizintechnik aus sich heraus nicht unbedingt besser machen – aber effizienter. Das ist vor allem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels relevant: „Dem stehen Gesundheitssysteme gegenüber, die nicht nur ein Problem mit Bezahlbarkeit haben, sondern ein immer stärkeres Problem damit, dass es nicht genug Fachkräfte gibt – wie wir vielleicht alle merken, wenn wir einen Arzt brauchen“, sagte der Konzernchef.^[Handelsblatt – Künstliche Intelligenz: Siemens-Healthineers-Chef: „Brauchen keine KI-Strategie“ – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/kuenstliche-intelligenz-siemens-healthineers-chef-brauchen-keine-ki-strategie/100249180.html]
KI soll Routinen übernehmen, Ärzte bleiben unverzichtbar
Die zentrale Frage lautet für Montag deshalb: „Wie schaffe ich es, dass die KI da wirklich hilft und bestimmte Routinen rausnimmt?“ Statt einer abstrakten KI-Strategie zählt für den Konzern der konkrete Nutzen in der Versorgung – etwa bei der Auswertung von Bilddaten in der Radiologie oder bei der Unterstützung von Diagnose und Therapieentscheidungen. Gute Ärzte bleiben dabei unverzichtbar; die Technologie soll sie entlasten, nicht ersetzen.^[Handelsblatt – Künstliche Intelligenz: Siemens-Healthineers-Chef: „Brauchen keine KI-Strategie“ – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/kuenstliche-intelligenz-siemens-healthineers-chef-brauchen-keine-ki-strategie/100249180.html]
Vom Hype zur Anwendung
Die Aussagen des Konzernchefs stehen exemplarisch für einen Wandel in der Branche: Nach Jahren des KI-Hypes rückt die Frage in den Vordergrund, wo die Technologie im Alltag tatsächlich einen Unterschied macht – in der Medizin etwa bei der Früherkennung von Krebs oder der Entlastung überlasteter Gesundheitssysteme. Ob die KI die hohen Erwartungen erfüllt, wird sich daran messen lassen, ob sie Patienten wirklich länger leben lässt – nicht an der Zahl der Strategiepapiere.