Künstliche Intelligenz · Globalisierung
KI revolutioniert die Globalisierung: Weniger Kapital, mehr Auslandsgeschäft
Künstliche Intelligenz wird meist unter Produktivität und Beschäftigung diskutiert. Ein Gastbeitrag in der F.A.Z. zeigt eine vernachlässigte Wirkung: KI könnte die Logik der Internationalisierung grundlegend verändern – zum Vorteil deutscher Unternehmen.
Frankfurt, 27. August 2026 – In fünf bis zehn Jahren könnten deutsche Unternehmen mehr Auslandsgeschäft machen, obwohl sie weniger Kapital im Ausland investieren. Möglich machen könnte das die Künstliche Intelligenz. Diese These vertreten der Unternehmer Stefan Liebing und der Wirtschaftswissenschaftler Andreas Freytag in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. – und sie sehen darin eine der meistunterschätzten Folgen des KI-Zeitalters.^[F.A.Z. – Auslandsinvestitionen: KI revolutioniert die Globalisierung – url: https://www.faz.net/premium/weltwirtschaft/weltwissen/ki-veraendert-investitionsmuster-in-schwellenlaendern-accg-201153982.html]
Eine vernachlässigte Wirkung der KI
Künstliche Intelligenz werde meist im Kontext von Produktivität und Beschäftigung diskutiert, schreiben die Autoren. Dabei scheine eine weitere folgenreiche Wirkung vernachlässigt zu werden: KI verändert die ökonomische Logik der Internationalisierung massiv. Sie könnte die Bedeutung von Direktinvestitionen schmälern – also von Investitionen, mit denen Unternehmen im Ausland Fabriken, Niederlassungen oder Beteiligungen aufbauen.^[F.A.Z. – Auslandsinvestitionen: KI revolutioniert die Globalisierung – url: https://www.faz.net/premium/weltwirtschaft/weltwissen/ki-veraendert-investitionsmuster-in-schwellenlaendern-accg-201153982.html]
Die These dahinter: Viele klassische Motive, warum Unternehmen Kapital ins Ausland verlagern – geringere Lohnkosten, Nähe zu Märkten und Kunden, lokale Produktionsnetzwerke – verlieren an Gewicht, wenn KI Prozesse steuert, Sprachen überbrückt und Märkte aus der Ferne erschließt. Direktinvestitionen würden demnach nicht verschwinden, aber viele ihrer klassischen Motive könnten deutlich an Gewicht verlieren.^[F.A.Z. – Auslandsinvestitionen: KI revolutioniert die Globalisierung – url: https://www.faz.net/premium/weltwirtschaft/weltwissen/ki-veraendert-investitionsmuster-in-schwellenlaendern-accg-201153982.html]
Was das für die Wirtschaft bedeutet
Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, hätte sie weitreichende Folgen: Für Schwellenländer, die bislang auf ausländische Direktinvestitionen als Wachstumsmotor setzen, ebenso wie für die deutsche Exportwirtschaft, die ihre Auslandsaktivitäten neu justieren müsste. Zugleich würden internationale Lieferketten und Investitionsströme neu vermessen – ein Thema, das angesichts der Debatten über Lieferkettenresilienz und geopolitische Risiken ohnehin auf der Agenda steht. Die Autoren liefern mit ihrer Analyse einen Denkanstoß: Die nächste Welle der Globalisierung könnte nicht durch mehr Kapital entstehen, sondern durch intelligenteren Einsatz von Technologie.