Künstliche Intelligenz · KI-Unternehmen
Rechenkraft wird knapp: OpenAI bremst, deutsche KI-Firmen greifen an
Auf der einen Seite muss OpenAI den Andrang auf sein stärkstes Modell bremsen und nimmt keine neuen Abos der teuersten Pro-Stufe mehr an. Auf der anderen Seite positioniert sich ein deutsches KI-Start-up als Alternative zu den ganz großen US-Plattformen. Zwei Signale aus derselben Branche.
Berlin, 12. September 2026 – In der KI-Wirtschaft wird die Rechenkraft zur knappen Ressource – und das zeigt sich an zwei sehr unterschiedlichen Signalen: Während OpenAI den Andrang auf sein stärkstes Modell bremsen muss, positioniert sich ein deutsches Start-up als Alternative zu den großen US-Plattformen.^[t3n – Nachfrage nach Astra zu hoch: OpenAI nimmt vorläufig keine Neukunden für ChatGPT Pro mehr an – url: https://t3n.de/news/nachfrage-astra-openai-neukunden-chatgpt-pro-1762907 ;; Handelsblatt – Insight Innovation: Black-Forest-Labs-Chef: „Es gibt eine andere Möglichkeit, als zu Google zu gehen“ – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-es-gibt-eine-andere-moeglichkeit-als-zu-google-zu-gehen/100252652.html]
OpenAI zieht die Notbremse
OpenAI nimmt vorerst keine neuen Abonnent:innen für die teuerste Stufe von ChatGPT Pro an – jene Version, die in Deutschland 229 Euro im Monat kostet (200 Dollar in den USA). Das verkündete Tibo Sottiaux, bei OpenAI für die Kernprodukte zuständig, über die Plattform X.^[t3n – Nachfrage nach Astra zu hoch: OpenAI nimmt vorläufig keine Neukunden für ChatGPT Pro mehr an – url: https://t3n.de/news/nachfrage-astra-openai-neukunden-chatgpt-pro-1762907]
„Um sicherzustellen, dass unsere derzeitigen Nutzer ein hervorragendes Erlebnis haben und weiterhin Zugang zu Astra erhalten, werden wir die Abonnements für unseren 200-Dollar-Pro-Tarif vorübergehend aussetzen“, schrieb Sottiaux. Die hochpreisigen Abos belasteten die Systeme am stärksten; sie temporär zu stoppen, sei die „geringstmögliche Maßnahme“, die es dem Unternehmen ermögliche, weiterhin einen möglichst breiten Zugang zu gewährleisten.^[t3n – Nachfrage nach Astra zu hoch: OpenAI nimmt vorläufig keine Neukunden für ChatGPT Pro mehr an – url: https://t3n.de/news/nachfrage-astra-openai-neukunden-chatgpt-pro-1762907]
Bestandskunden bleiben, der Ansturm bleibt
Bestandskund:innen von ChatGPT Pro können aufatmen: Ihr Abo ist nicht gefährdet. Für Neukund:innen bleiben alle anderen Tarife zugänglich, auch der etwas günstigere Pro-Zugang für monatlich 100 Dollar. Auch die hauseigene Programmierschnittstelle (API) steht weiter allen potenziellen Nutzer:innen offen. Sottiaux verspricht, dass OpenAI daran arbeite, so schnell wie möglich mehr Rechenkapazität bereitzustellen, damit Neukund:innen wieder Zugang zum teuersten Pro-Abo erhalten.^[t3n – Nachfrage nach Astra zu hoch: OpenAI nimmt vorläufig keine Neukunden für ChatGPT Pro mehr an – url: https://t3n.de/news/nachfrage-astra-openai-neukunden-chatgpt-pro-1762907]
Auslöser ist der Run auf GPT-6 Astra, das OpenAI nach eigenen Angaben Anfang September dieses Jahres als sein leistungsstärkstes Modell vorgestellt hatte. „Die Nachfrage nach Astra ist wirklich beispiellos“, hatte Sottiaux geschrieben – nur einen Tag, bevor er den Pro-Bann für neue Kund:innen bekannt gab. In der früheren Stellungnahme hatte er ein Aussetzen neuer Pro-Abos bereits angedroht, sollte der Astra-Boom weitergehen. Nun ist dieser Fall eingetreten.^[t3n – Nachfrage nach Astra zu hoch: OpenAI nimmt vorläufig keine Neukunden für ChatGPT Pro mehr an – url: https://t3n.de/news/nachfrage-astra-openai-neukunden-chatgpt-pro-1762907]
Die andere Antwort kommt aus Deutschland
Zur selben Zeit meldet sich ein deutsches Unternehmen selbstbewusst zu Wort. Robin Rombach zählt mit seiner KI-Firma Black Forest Labs weltweit zu den Innovationsführern, wie das Handelsblatt schreibt. Im Interview erzählt er, wie Roboter sehen lernen, und spricht über US-Kooperationen und deutsche Chancen.^[Handelsblatt – Insight Innovation: Black-Forest-Labs-Chef: „Es gibt eine andere Möglichkeit, als zu Google zu gehen“ – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-es-gibt-eine-andere-moeglichkeit-als-zu-google-zu-gehen/100252652.html]
Seine Botschaft ist eine Alternative zur Abhängigkeit von den ganz großen US-Plattformen: „Es gibt eine andere Möglichkeit, als zu Google zu gehen“, so der Black-Forest-Labs-Chef.^[Handelsblatt – Insight Innovation: Black-Forest-Labs-Chef: „Es gibt eine andere Möglichkeit, als zu Google zu gehen“ – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-es-gibt-eine-andere-moeglichkeit-als-zu-google-zu-gehen/100252652.html]
Zwei Seiten derselben Medaille
Die beiden Meldungen passen zusammen: Auf der einen Seite wächst die Nachfrage nach KI schneller als die Infrastruktur, auf der anderen entstehen neue Anbieter, die genau diese Abhängigkeit adressieren wollen. Der OpenAI-Fall zeigt, wie sehr der Erfolg an die Verfügbarkeit von Rechenkraft gekoppelt ist – ein Modell lässt sich nicht beliebig oft verkaufen, wenn die Maschinen dahinter nicht mitkommen. Die deutsche Perspektive setzt dagegen auf eigene technische Stärken und Partnerschaften, statt den Weg über die dominierenden Plattformen zu gehen.^[t3n – Nachfrage nach Astra zu hoch: OpenAI nimmt vorläufig keine Neukunden für ChatGPT Pro mehr an – url: https://t3n.de/news/nachfrage-astra-openai-neukunden-chatgpt-pro-1762907 ;; Handelsblatt – Insight Innovation: Black-Forest-Labs-Chef: „Es gibt eine andere Möglichkeit, als zu Google zu gehen“ – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-es-gibt-eine-andere-moeglichkeit-als-zu-google-zu-gehen/100252652.html]
Wie schnell OpenAI wieder Kapazität aufbaut und ob europäische Firmen dauerhaft neben den US-Giganten bestehen, dürfte die KI-Wirtschaft der kommenden Monate prägen.