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Künstliche Intelligenz · OpenAI

105 Milliarden Dollar: OpenAI und Anthropic sprengen alle Wachstumsrekorde der Tech-Geschichte

Epoch AI rechnet vor, wie rasant die zwei führenden KI-Labore wachsen: OpenAI hat seine Umsatz-Run-Rate auf über 40 Milliarden Dollar verdreifacht, Anthropic liegt Berichten zufolge bei 65 Milliarden. Zusammen kommen beide auf 105 Milliarden – und es ist erst August.

deepdaive Team ·

Foto: RDNE Stock project / Pexels
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Berlin, 29. August 2026 – Zwei Unternehmen, ein Rekord, der es eigentlich nicht geben dürfte: Das Forschungsinstitut Epoch AI hat in seiner Analyse „An update on AI's most important number“ die Umsatzentwicklung der führenden KI-Labore untersucht – und kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis. OpenAI hat seine Umsatz-Run-Rate (auf ein Jahr hochgerechnete Einnahmen) binnen zwölf Monaten verdreifacht: von 13 Milliarden Dollar im August 2025 auf über 40 Milliarden Dollar heute. Anthropic wuchs 2025 von 1 auf 9 Milliarden Dollar – und beschleunigte dann weiter: Im ersten Quartal 2026 mehr als verdreifachte sich die Run-Rate, Ende Juli lag sie Berichten zufolge bei 65 Milliarden Dollar.^[Epoch AI – An update on AI's most important number – url: https://epochai.substack.com/p/an-update-on-ais-most-important-number]

Eine Wachstumsrate, die es nicht geben dürfte

„Es ist extrem selten, dass ein Tech-Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz über 100 Prozent pro Jahr wächst“, schreibt Epoch AI. „OpenAI und Anthropic haben ein über 100-prozentiges Wachstum weit in den Multi-Milliarden-Bereich hinein aufrechterhalten – etwas, das bisher für unmöglich gehalten wurde“, heißt es beim Branchendienst Exponential View. Um Verzerrungen zu vermeiden, betrachtet Epoch beide Labore gemeinsam: Zusammen verdreifachten sie sich 2024, wuchsen 2025 mehr als vervierfach – und haben 2026 bereits um das 3,5-Fache zugelegt, von 30 auf 105 Milliarden Dollar. Es ist erst August.^[Epoch AI – An update on AI's most important number – url: https://epochai.substack.com/p/an-update-on-ais-most-important-number]

Der Markt hinter den Zahlen

Die beiden Labore erwirtschaften damit zusammen Einnahmen von rund 100 Milliarden Dollar pro Jahr – der gesamte Markt für generative KI nähert sich laut Exponential View der 200-Milliarden-Dollar-Marke und entspricht damit bereits rund einem Tausendstel der Weltwirtschaft. Konkret heißt das: Die Welt zahlt fast zehn Milliarden Dollar pro Monat, um Claude- und GPT-Modelle zu nutzen.^[Epoch AI – An update on AI's most important number – url: https://epochai.substack.com/p/an-update-on-ais-most-important-number]

Einschränkungen räumt die Analyse selbst ein: Die beiden Firmen rechnen Einnahmen unterschiedlich ab – OpenAI verbucht bei Cloud-Verkäufen nur seinen eigenen Anteil, Anthropic den vollen Preis, was dessen Zahlen aufbläht. Auch ist offen, ob das Tempo hält: Als Treiber des Booms gelten Coding-Agenten, die mit dem Release von Opus 4.5 einen kritischen Reifegrad erreichten. Entweder das Wachstum der Frontier-KI verlangsamt sich in den nächsten sechs Jahren – oder sie wird die gesamte Wirtschaft umgeformt haben, so die Kernbotschaft von Epoch.^[Epoch AI – An update on AI's most important number – url: https://epochai.substack.com/p/an-update-on-ais-most-important-number]

Konsolidierung statt Atomisierung

In denselben Tagen, in denen Epoch die Rekordzahlen vorlegt, verdichtet sich der Markt weiter: Das Handelsblatt meldet in seinem KI-Briefing, dass die Konsolidierung des KI-Markts voranschreitet – Nvidia weitet seinen Einfluss auf die KI-Entwicklung aus und steht laut Medienberichten vor der Übernahme der wichtigsten Plattform für KI-Entwickler.^[Handelsblatt – KI-Briefing: Die Konsolidierung des KI-Markts schreitet voran – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-briefing/ki-briefing-die-konsolidierung-des-ki-markts-schreitet-voran/100250088.html]

Die Zahlen von OpenAI und Anthropic sind damit weit mehr als eine Unternehmensmeldung: Sie sind der greifbarste Beleg dafür, dass KI von einem Experiment zu einer der größten Industrien der Geschichte wird – und die Frage, ob daraus ein neues Wirtschaftsparadigma oder eine historische Blase entsteht, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.