Künstliche Intelligenz · Robotik
Milliarden für Roboter: Tencent und Alibaba steigen bei Xpeng ein
In Deutschland kennt man Xpeng vor allem als E-Auto-Hersteller. Doch die Robotersparte des chinesischen Konzerns wird inzwischen mit Milliarden bewertet – dank neuer Geldgeber wie Tencent und Alibaba. Ein Blick in Chinas staatlich geförderten Roboter-Boom.
Peking, 24. August 2026 – In Deutschland ist Xpeng vor allem für seine Elektroautos bekannt. Doch der chinesische Konzern treibt längst ein zweites, ehrgeizigeres Geschäft voran: humanoide Roboter. Jetzt steigen mit Tencent und Alibaba zwei der größten Tech-Konzerne des Landes in die Robotersparte von Xpeng ein – und treiben deren Bewertung in Milliardenhöhe.^[Handelsblatt – Roboter: Tencent und Alibaba investieren in Xpeng-Robotersparte – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/xpeng-tencent-und-alibaba-investieren-in-robotersparte/100249300.html]
Roboter als Staatsprojekt
Der Schritt ist kein Zufall: Humanoide Robotik gilt in Peking als Kernbranche des neuen Fünfjahresplans und ist Teil des Techno-Nationalismus von Staats- und Parteichef Xi Jinping. Für Chinas Konzerne ist der Einstieg in den Roboterbau nicht nur eine Investition in eine aufstrebende Branche, sondern auch eine Möglichkeit, ihre Linientreue unter Beweis zu stellen.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]
Wie groß der Vorsprung Chinas ist, zeigen Zahlen eines chinesischen Industrieverbandes: Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden im Land mehr als 40.000 humanoide Roboter ausgeliefert – rund 97 Prozent aller Auslieferungen weltweit. Allerdings dürften 50 bis 70 Prozent der chinesischen Roboter an staatliche oder staatsnahe Roboter-Trainingszentren gehen, schätzt der Robotik-Fachmann Georg Stieler. Die Lokalregierungen sind zudem nicht selten selbst Investoren der Unternehmen.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]
Weltspiele als Schaufenster
Welche Dynamik dahintersteckt, zeigte sich zuletzt bei den Weltspielen für humanoide Roboter in Peking: 666 Teams traten in 51 Disziplinen gegeneinander an – vom Sprint über Haushaltsaufgaben bis zu Rettungseinsätzen. Der Roboter Tiangong Ultra unterbot über 100 Meter mit 9,39 Sekunden sogar den 17 Jahre alten Weltrekord von Usain Bolt, im Hochsprung gelangen aus dem Stand 2,88 Meter. Nur 24 ausländische Teams aus 15 Ländern sind dabei – die meisten kommen aus China. Ausrichter sind die Pekinger Stadtregierung und das chinesische Staatsfernsehen.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]
Vom Auto zum Roboter
Dass ausgerechnet ein Autobauer wie Xpeng zum Nukleus der Roboterbranche wird, passt ins Bild: In China verschmelzen E-Mobilität, Software und Künstliche Intelligenz zu einem industriepolitischen Großprojekt. Auch der Roboterbauer Unitree, ein führender Hersteller humanoider Roboter, hat jüngst ein fulminantes Börsendebüt hingelegt.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]
Wann kommen die Roboter in die Fabrik?
Bei aller Euphorie bleiben die Einschränkungen sichtbar: US-Start-ups liegen nach Einschätzung von Beobachtern wie Stieler gerade in der Software noch vorn, und von einem breiten Einsatz in der Fabrik sind die Roboter – egal aus welchem Land – noch einige Jahre entfernt.^[F.A.Z. – Roboterspiele in Peking: Das Himmelswerk ist schneller als Usain Bolt – url: https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/tiangong-ultra-schneller-als-usain-bolt-bei-roboter-wm-accg-201151478.html]
Die Investitionen von Tencent und Alibaba dürften den Wettlauf dennoch weiter anheizen: Mit dem Geld der großen Plattformkonzerne bekommt die Robotik-Sparte von Xpeng die Mittel, um aus dem Status des vielversprechenden Nebenprojekts herauszutreten – und Chinas Anspruch zu unterstreichen, bei der nächsten großen Technologiewelle ganz vorn mitzuspielen.^[Handelsblatt – Roboter: Tencent und Alibaba investieren in Xpeng-Robotersparte – url: https://www.handelsblatt.com/technik/ki/xpeng-tencent-und-alibaba-investieren-in-robotersparte/100249300.html]